Rechtsberatung, Vermittlung bei Streitigkeiten
fotogestoeber

Gefälschte Abrechnungen und Angebotsverschleierung

Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. warnt aktuell vor verschiedenen Betrugsmaschen über Schreiben und E-Mails, die bei deutschen Unternehmen eingehen:



Gefälschte Rechnung der United Hosting Deutschland

Zeitgleich mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie registrierte der Schutzverband die ersten gefälschten Rechnungen einer United Hosting Deutschland, diese ohne Adresse. Abgerechnet werden gegenüber dem angemailten Unternehmen die Kosten für eine Domain-Registrierung zum Preis von rund 200 Euro. In dem Schreiben wird sehr häufig das Wort Rechnung erwähnt, jedoch ist auch - weniger oft - von einem Angebot die Rede. Der Schutzverband geht deshalb von einer bewussten Verschleierung des Angebotscharakters aus und warnt davor auf entsprechende E-Mails zu reagieren.



Gelbes Branchenbuch von den Marshallinseln

Eine GBB Ltd., Majuro, Marshall Islands, versendet aktuell Formulare an Unternehmen, einen "Eintragungsantrag". Dieser enthält Daten des Unternehmens, die korrigiert oder ergänzt werden sollen. Lediglich im umfangreichen kleingedruckten Textfeld befinden sich die Einzelheiten zum Vertrag, den der Unternehmer mit seiner Unterschrift abschließt, nämlich einen Vertrag mit dreijähriger Laufzeit und einer jährlichen Belastung von 780 Euro. Hinzu kommen weitere Ungereimtheiten und die offensichtliche Intention, die eigene Identität zu verschleiern. Der Schutzverband warnt ausdrücklich davor, auf derartige Angebote zu reagieren bzw. diese zu unterschreiben und weißt darauf hin, dass vor einer Datenbestätigung immer die Herkunft von Angeboten überprüft werden sollte, z. B. durch Prüfung des Impressums auf angegebenen Webseiten, welches in diesem Fall nicht vorhanden ist.



Warnung vor gefälschten Amtsgericht-Abrechnungen

Darüber hinaus gibt es eine Warnung vor gefälschten Abrechnungen, die dem Anschein nach von Amtsgerichten stammen. Die Schreiben enthalten den Hinweis "ZS Zahldienststelle Amtsgericht X - Ort", der Versender bezeichnet sich selbst als "ZS Zahldienststelle", gibt aber keine Adresse an. Die fehlende Identität des Absenders ist ein wichtiges Zeichen für den Adressaten, das Zweifel an der Seriösität solcher Anschreiben weckt.

Generell weißt der Schutzverband darauf hin, Formulare, gerade mit amtlichem Anstrich, immer betriebsintern zu überprüfen. Es sollten keine unberechtigten Zahlungen angeweisen werden.

Bauer Wolfgang

Ass. iur. Wolfgang Bauer

stv. Leiter des Geschäftsbereichs Recht und Organisation

Rennweger Ring 3
97070 Würzburg
Tel. 0931 30908-1174
Fax 0931 30908-1674
w.bauer--at--hwk-ufr.de